Bestimmt haben einige von Ihnen schon dieses oder ähnliche
Plakate am Straßenrand gesehen und sich gefragt: Warum
eigentlich? Die Initiative „Berlin autofrei“ will den privaten
Autoverkehr innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings weitestgehend
verbieten. Wird der Volksentscheid angenommen, dürften die
Berliner ihr Auto dann künftig nur noch an maximal zwölf Tagen
im Jahr für Fahrten in die Innenstadt nutzen. Was als Beitrag
zum Klimaschutz verkauft wird, ist in meinen Augen aber ein
massiver Eingriff in die Lebenswirklichkeit der allermeisten
von Ihnen. Gerade am Rande der Stadt.
Ein pauschales Autoverbot verkennt die Bedürfnisse vieler
Menschen. Familien, Pendler, Ältere, Handwerker,
Selbstständige und Gewerbetreibende... sind häufig auf ihr
Fahrzeug angewiesen – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus
Notwendigkeit. Gleichzeitig ist der öffentliche Nahverkehr
vielerorts überlastet, unzuverlässig und noch immer nicht
überall barrierefrei – oder schlicht nicht ausreichend
vorhanden, wie bei uns im Pankower Norden.
Ja, weniger Autos in der Stadt sind natürlich wünschenswert:
Weniger Stau, bessere Luft, mehr Sicherheit für Kinder. Aber
dieses Ziel durch Zwang und Bevormundung erreichen zu wollen,
halte ich für falsch. Statt ideologiegetriebener Verbote
braucht Berlin eine pragmatische Verkehrspolitik:
Investitionen in einen leistungsfähigen ÖPNV, Park-and-Ride-
Angebote, intelligente Verkehrslenkung und ECHTE Wahlfreiheit.
Eine autofreie Innenstadt „per Gesetz“ würde die
Stadtgesellschaft dagegen nur noch weiter spalten und zudem
den Wirtschaftsstandort schwächen. Das lehne ich klar ab!