Ja, es ist Wahlkampf – aber (mal wieder) so [2026-09-01]
Viele tausend Wahlplakate hängen derzeit in unserer Stadt. Wie
viele von euch wissen, würde ich sie am liebsten verbieten,
wenn ich könnte. Denn sie stören nicht nur das Stadtbild,
sondern wandern nach nur wenigen Wochen in den Müll. Und das
ist noch der harmlose Fall. Denn häufig werden sie
heruntergerissen und landen im Gebüsch oder in Grünanlagen.
Das ist nicht nur eine riesen Sauerei für die Umwelt sondern
auch Vandalismus.
Ich habe in meinen bald 20 Jahren politischen Engagements
schon viel erlebt, aber eine Dimension, wie in diesem Jahr
noch nie. Das Harmloseste sind dabei noch der „Klassiker“,
aufgemalte Bärte und Brillen... Aber wenn Wahlplakate wie
derzeit systematisch und flächendeckend heruntergerissen,
zerstört oder übersprüht – teilweise sogar mit hetzerischen
und menschenverachtenden Botschaften - hat das mit politischer
Auseinandersetzung nichts mehr zu tun.
Wir dürfen unterschiedlicher Meinung sein. Mehr noch: Wir
müssen es sein. Davon lebt unsere Demokratie. Aber warum muss
eine andere Meinung mundtot gemacht werden, nur weil sie einem
nicht gefällt? In einer Demokratie ist aber eben nicht nur die
eigene Meinung legitim. Freiheit ist immer die Freiheit des
Andersdenkenden. Dass ich einmal Rosa Luxemburg zitiere...
Mir bereitet dieses Freund-Feind-Denken große Sorgen. Wir
müssen wieder lernen, hart in der Sache zu streiten, aber wir
müssen auch andere Meinungen aushalten.
PS: Falls ihr runtergerissene Plakate von mir seht, sagt gern
bescheid, damit ich sie entsorgen kann.